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Grüner Star (Glaukom)

Unter einem Glaukom versteht man einen Sehnerven-, Sehschärfen- und Gesichtsfeldverfall durch einen erhöhten Augeninnendruck oder durch Durchblutungsstörungen der Sehnerven. Die Gefahr dieser Schädigungen liegt vor allem darin, dass der Patient sie erst sehr spät bemerkt. Ein erhöhter Augeninnendruck verursacht primär keine Symptome! Der Schaden durch das Glaukom ist jedoch unwiederbringlich. Daher sind augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung eines drohenden Schadens ebenso wichtig wie eine engmaschige Betreuung bei bereits manifestem Glaukom!

Folgende Punkte sollten unbedingt beachtet werden:

  • Der Augendruck und der Sehnerv sollten ab dem 40. Lebensjahr einmal im Jahr kontrolliert werden, sofern bisher kein grüner Star bekannt ist.
  • Ist ein Grüner Star bekannt, so sind häufigere Kontrollen notwendig. Der Abstand der Kontrollen richtet sich unter anderem nach den Druckwerten und nach dem Sehnerven- und Gesichtsfeldbefund.
  • Das Risiko ein Glaukom zu bekommen, hängt auch von erblichen Faktoren ab. Sollte in der näheren Verwandtschaft eines Patienten ein Glaukompatient bekannt sein, so sind augenärztliche Kontrollen besonders wichtig!
  • Auch bei Allgemeinerkrankungen kommt ein Glaukom häufiger vor. So z.B. bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), nach Gefäßverschlüssen am Auge oder bei der Einnahme von Cortisonpräparaten bei Rheuma oder Asthma.

Die Vorsorgeuntersuchungen zum Glaukom sind vom Berufsverband (www.augeninfo.de) empfohlen und werden in unseren Praxen qualifiziert angeboten.

Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen Engwinkel- und Offenwinkelglaukom, sowie dem sogenannten Normaldruckglaukom.

Beim Engwinkelglaukom kann das im Auge gebildete Kammerwasser nicht richtig abfließen. Daraus resultiert ein erhöhter Augendruck. Wird dieser nicht behandelt, so kommt es zu einem „Druckschaden“ der Sehnerven, welcher nicht mehr zu beheben ist. Weiterhin kann es zu plötzlich auftretendem, massivem Augendruckanstieg kommen, dem sogenannten „Glaukomanfall“. Eine Therapie ist daher unbedingt notwendig. Eine mögliche Behandlung besteht in der Gabe von Augentropfen. Oftmals ist jedoch ein operativer Eingriff erforderlich. Hierbei sind verschiedene Verfahren möglich: Die chirurgische oder Laser-Iridektomie, die Cataract-Operation (s.o.) oder die Trabekulektomie.

Beim Offenwinkelglaukom reicht in der Regel die Gabe von Augentropfen aus. Manchmal wird jedoch eine Lasertherapie (Trabekuloplastik mit dem Argon- oder YAG-Laser) oder chirurgische Therapie (Trabekulektomie) notwendig.
Beim Normaldruckglaukom spielt die Durchblutungskomponente der Sehnerven eine größere Rolle als der Augeninnendruck. Durch Blutdruckschwankungen (besonders Blutdruckabfall in der Nacht), zu hohem oder dauerhaft zu niedrigem Blutdruck wird der Sehnerv geschädigt. Die Mitbehandlung beim Hausarzt bzw. Internisten ist daher sehr wichtig.

Es finden sich außerdem angeborene Formen des Glaukoms sowie Glaukome in der Folge von Verletzungen, Entzündungen, Gefäßverschlüssen etc. („Sekundärglaukome“).

Wenn bei einem bestehenden Grünen Star der Augeninnendruck durch Augentropfen (konservative Therapie) oder durch Lasereingriffe nicht ausreichend gesenkt werden kann, ist in der Regel ein operativer Eingriff erforderlich.