Google+
Nach oben

Etablierte und moderne Formen der Hornhauttransplantation

Die Hornhaut, ein fünfschichtiges, transparentes Gewebe, bildet die vordere Begrenzung des Auges. Sie ist quasi das durchsichtige Fenster, die Eintrittspforte in das Augeninnere. Nur durch eine klare Hornhaut können unsere Seheindrücke ungehindert auf die Netzhaut treffen und weiter verarbeitet werden. Nur mit einer klaren Hornhaut ist gutes Sehen möglich!

Verletzungen, Entzündungen, degenerative, aber auch angeborene oder vererbte Erkrankungen unterschiedlicher Art können die Transparenz und die Abbildungsqualität der Hornhaut und damit das Sehvermögen beeinträchtigen und oft dauerhaft verschlechtern.

Durch eine Hornhautverpflanzung, eine sogenannte Keratoplastik, kann die ursprüngliche Durchsichtigkeit wiederhergestellt werden.

Bei der durchgreifenden Hornhautverpflanzung, der perforierenden Keratoplastik, werden alle fünf Schichten einer Spender-Hornhaut auf den Empfänger übertragen.

Dieses OP-Verfahren wird eingesetzt bei Hornhautveränderungen, die alle Schichten beeinträchtigen, wie z.B. nach Verletzungen, Hornhautentzündungen oder bei Hornhautdystrophien.

Bei allen Verpflanzungen von fremdem Spendermaterial besteht das Risiko einer Abstoßungsreaktion. Deshalb ist nach einer Hornhauttransplantation eine längerfristige Therapie mit kortisonhaltigen Augentropfen notwendig. Wiederholte augenärztliche Kontrollen, gerade in den ersten Monaten, sind wichtig.

In den letzten 8 bis 10 Jahren haben bei bestimmten Erkrankungen lamelläre Operationstechniken zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das bedeutet, dass nicht mehr alle Hornhautschichten verpflanzt werden müssen, sondern nur die erkrankten Schichten.

Frau Dr. Amm führt in Dillingen sowohl die Technik der durchgreifenden Keratoplastik (typisiert und untypisiert) als auch die lamellären Verfahren (DALK und DMEK) durch. Es besteht eine langjährige enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG), die hochwertiges Spendermaterial zur Verfügung stellen kann.

Man unterscheidet vordere und hintere lamelläre Techniken:

Deep anterior lamellär keratoplasty (DALK)

Tiefe vordere lamelläre Keratoplastik. Diese Technik ist geeignet für krankhafte Veränderungen der Hornhaut im vorderen Anteil.

Descemet Membran Endothel Keratoplastik (DMEK)

Bei der DMEK-Operation wird nur die erkrankte Hornhautinnenschicht, das sogenannte Endothel ausgetauscht. Diese Technik hat sich mittlerweile bereits zum Standardverfahren für Patienten entwickelt, die an der sogenannten Fuchs Endotheldystrophie leiden. Auch Patienten, deren Hornhaut nach einer Grauen Star-Operation Endothel-Veränderungen entwickelt, können von dieser OP-Möglichkeit profitieren. Entscheidender Vorteil dieses Verfahrens ist die rasche Wundheilung, sodass eine gute Sehverbesserung bei erfolgreicher Transplantation bereits nach wenigen Wochen eintritt. Auch muss das hauchdünne Transplantat (ca. 5 µm) nicht mehr mittels Naht verankert werden, sondern wird durch Luft an die Hornhautrückfläche des Empfängerauges angedrückt. Die postoperative Hornhautverkrümmung wird dadurch nicht größer sein als vor der Operation. Das Risiko einer Abstoßungsreaktion ist deutlich reduziert. Auch bei diesem Verfahren sind wiederholte, regelmäßige Kontrollen notwendig sowie eine längerfristige Therapie mit kortisonhaltigen Augentropfen (ca. über 1 Jahr).