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Keratokonus2

UV-Crosslinking

Das UV-Crosslinkingverfahren ist eine spezielle Methode zur Behandlung des sogenannten Keratokonus (krankhafte irreguläre Vorwölbung der Hornhaut).

Crosslinking  bedeutet Quervernetzung und ist eine Methode zur mechanischen Stabilisierung von Geweben. Crosslinking von Geweben wird in anderen Fächern der Medizin (Orthopädie, Ohren-, Nasen-, Hals-, Herzchirurgie) bereits seit vielen Jahren eingesetzt. Das Anwenden von Crosslinking am Auge ist jedoch neu.

Crosslinking bewirkt eine erhöhte Zahl von Quervernetzungen zwischen den Fasern eines Gewebes. Dies ist vergleichbar mit einem Netz, das zusätzliche Verstrebungen erhält und dadurch mechanisch stabiler wird.

Die Behandlung:

Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden und erfolgt unter örtlicher Betäubung. In einem ersten Schritt entfernen wir die Versiegelungsschicht der Hornhaut, das Epithel. Dies ist notwendig, damit die Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2) in die Hornhaut gelangen können. Anschließend wird die Hornhaut mit UV-Licht behandelt. Am Ende der Operation legen wir Ihrer Hornhaut eine Verband-Kontaktlinse an. Diese verbleibt einige Tage auf dem Auge und wird dann von uns entfernt.

Ziel der Operation ist es, die Vorwölbung der Hornhaut zu stabilisieren. Die Erkrankung kann also nicht rückgängig gemacht, sondern im besten Fall eingefroren werden. Sollte später aus irgendwelchen Gründen eine Hornhautverpflanzung notwendig sein, so kann diese jederzeit durchgeführt werden.

Keratokonus

Häufigkeit und Ursachen

Der Keratokonus tritt in der Bevölkerung unter 2000 Menschen nur einmal auf. Die Ursachen des Keratokonus sind heutzutage noch weitgehend unbekannt. Er kommt familiär gehäuft vor, was unter anderem auch für eine vererbte Ursache sprechen kann. Der einzige gesicherte Umstand, der ein hohes Risiko für die Entstehung eines Keratokonus darstellt, ist heftiges und häufiges Augenreiben über Jahre hinweg (zum Beispiel bei Allergien).

Beim Keratokonus kommt es zu einer vermehrten Auswölbung und Vorwölbung der Hornhaut. Da die Hornhaut ein wichtiger Bestandteil der Optik des Auges ist, entsteht dadurch eine Reihe verschiedener Symptome: Sie umfassen Schwankungen in der Sehschärfe, eine Abnahme der Sehschärfe trotz Korrektur mit Brillenglas oder Kontaktlinse, das Wahrnehmen von Lichtringen um Leuchtquellen („Halos“) sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und Blendung.

In einer bestimmen Phase der Erkrankung ist eine gute Sehversorgung noch möglich, bei der Betroffene bis zu 100 % Sehkraft erreichen können.
Nimmt die Vorwölbung der Hornhaut jedoch weiter zu, so kommt der Zeitpunkt, an dem auch harte Kontaktlinsen nicht mehr getragen werden können, da sie immer wieder herausfallen.

Die bislang einzige Möglichkeit der Therapie bestand darin, die erkrankte Hornhaut zu entfernen und durch eine Spender-Hornhaut zu ersetzen (Hornhaut-Transplantation).

Mit dem UV-Crosslinkingverfahren kann das Fortschreiten des Keratokonus aufgehalten werden.