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Netzhaut- und Glaskörper

Makuladegeneration

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Als Makula wird die Stelle des schärfsten Sehens bezeichnet. Sie liegt in der Netzhautmitte. Die „altersbedingte Makuladegeneration“ (AMD) beschreibt eine Erkrankung eben dieser Netzhautstelle. Dabei wird zwischen einer trockenen und einer feuchten Makuladegeneration unterschieden.

Trockene Makuladegeneration
Bei der trockenen Makuladegeneration kommt es zu einer Durchblutungsstörung unter der Netzhautmitte. Die Folge ist eine vermehrte Ablagerung von Stoffwechselprodukten aus der Netzhaut. Die darüber liegenden Netzhautanteile degenerieren. Außer einer Versorgung des Patienten mit vergrößernden Sehhilfen (Lupe, Bildschirmlesegerät) ist keine Therapie möglich.

Feuchte Makuladegeneration
Die Gefäße unter der Netzhautmitte weisen Undichtigkeiten (Leckagen) auf. Dadurch kann es diffus oder lokalisiert zu einer Abhebung der Netzhautmitte (nicht zu verwechseln mit der peripheren Netzhautablösung) kommen.

In Abhängigkeit vom individuellen Befund ist es möglich, diese Erkrankung durch Lasertherapie zu behandeln. Eine sehr wirkungsvolle Therapiemöglichkeit steht uns seit einigen Jahren mit der mikrochirurgischen Eingabe von Medikamenten in den Glaskörper zur Verfügung (IVOM).

Bei sehr ausgeprägten Befunden kann es notwendig sein, im Glaskörper und an der Netzhaut direkt zu operieren, um die gefährlichen Gefäßneubildungen und geschädigten Glaskörper und Netzhautstrukturen zu entfernen.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit):
Veränderungen am Auge durch Diabetes mellitus

Eine dauerhaft gute Blutzuckereinstellung vermindert das Risiko, krankhafte diabetische Augenveränderungen zu entwickeln. Allerdings schließen auch gute Blutzuckerwerte eine diabetische Netzhauterkrankung nicht aus.
Daher ist die regelmäßige augenfachärztliche Untersuchung jedes Zuckerkranken zwingend notwendig!
Im Rahmen der neuen Disease-Management-Programme zwischen den beteiligten Hausärzten und Augenärzten profitiert der Zuckerkranke von einer qualifizierten Früherkennung und Frühtherapie und andererseits von einer guten Zuckereinstellung, um das Augenlicht zu erhalten.

Die Augenuntersuchung ist einfach und vollkommen schmerzlos. Sie ist deshalb so wichtig, weil der Patient frühe Krankheitszeichen wie beginnende Gefäßveränderungen oder kleine Netzhautblutungen selbst nicht bemerkt. Meist wird die Sehkraft hierbei noch nicht beeinträchtigt. Gerade solche frühen Veränderungen geben aber Aufschluss darüber, ob und wann eine Behandlung des erkrankten Auges erforderlich wird, um schwere Schäden zu vermeiden.

Nicht alle erkennbaren diabetischen Veränderungen der Netzhaut müssen behandelt werden. Der Augenarzt kann aber nur anhand regelmäßiger Kontrollen den Krankheitsverlauf beurteilen und den richtigen Zeitpunkt für eine notwendige Behandlung festlegen.

Nach wie vor stellt die Laserbehandlung der Netzhaut eine wichtige therapeutische Maßnahme bei diabetogenen Netzhautschädigungen dar. Bei besonderen Formen der diabetogenen Netzhautschädigung kann auch die Eingabe eines Medikamentes in den Glaskörperraum Erfolg versprechend sein.

Glaskörpertrübungen

Der Glaskörper des menschlichen Auges ist im jugendlichen Alter eine klare Substanz die zu ca. 99 % aus Wasser besteht. Daneben findet sich im Glaskörper Hyaluronsäure, Kollagenfasern und Elektrolyte. Es kommt sozusagen zu einer Verflüssigung des Glaskörpers und damit zu einer „Beweglichkeit“ der feinen Kollagenstrukturen. Diese können sich aneinander lagern und aufgrund ihrer dadurch entstehenden Dicke als Trübungen auf hellem Hintergrund wahrgenommen werden. Manchmal löst sich der Glaskörper auch von der Netzhaut ab und wirkt dann aufgrund seiner Größe besonders störend. Treten andere Symptome wie Lichtblitze oder Rußregenphänomene hinzu, sollte in jedem Fall der Augenarzt konsultiert werden, damit weitergehende Veränderungen wie Einrisse oder gar Abhebungen der Netzhaut ausgeschlossen werden können.