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Schielen und Sehschwäche, Sehschule

Wichtig ist es, Sehfehler bei Kindern frühzeitig zu erkennen, um eine ernste und bleibende Sehschwäche zu verhindern.

Wichtig:

  1. Schielen ist nicht nur ein Schönheitsfehler!
    Schielen beim Kind führt häufig zu Schwachsichtigkeit eines Auges, das räumliche Sehen fehlt. Wenn man frühzeitig und konsequent behandelt, lässt sich die Sehschärfe des schielenden Auges erhalten bzw. wiederherstellen. Nach dem 6. oder 7. Lebensjahr sind die entstandenen Schäden so groß, dass bei einer schielbedingten Sehschwäche trotz Behandlung in der Regel keine normale Sehschärfe mehr erreicht werden kann.
  2. Die Behandlung besteht je nach Alter zunächst in der Verordnung einer Brille.
    Wenn eine Brille verordnet wird, soll das Kind diese möglichst ständig tragen. Bei vielen Kindern kann das Schielen durch die „richtige Brille“ behoben oder zumindest verringert werden. Meist jedoch dient die Brille vor allem zur Verbesserung der Sehschärfe. Die Behandlung erfordert regelmäßige Kontrollen in der Sehschule, um die Brille entsprechend dem Wachstum an die jeweiligen aktuellen Verhältnisse anzupassen.
  3. Ein wichtiger Schritt der Behandlung besteht darin, das schielende Auge zu trainieren.
    Das Kind benutzt beim Sehvorgang das abgewichene Auge nicht – der Seheindruck des abgewichenen Auges wird unterdrückt (supprimiert). Um diese Unterdrückung (Suppression) zu durchbrechen, ist es nötig, das „gute Auge“ nach Anweisung des Augenarztes oder der Orthoptistin in einem bestimmten Rhythmus abzudecken (zu okkludieren), um so dem schielenden Auge die Möglichkeit zu geben „sehen zu lernen“. Das Pflaster wird nie ständig, sondern in individuell empfohlenen Intervallen getragen. Somit besteht keine Gefahr, dass das bessere Auge sehschwach wird.
  4. Wenn beide Augen abwechselnd schielen, ist die Gefahr der Schwachsichtigkeit überwunden.
    Es ist ein Zeichen dafür, dass an beiden Augen annähernd gleiches Sehvermögen vorliegt und das Kind nun willkürlich mit dem rechten bzw. linken Auge sieht.
  5. Die Operation kommt im Allgemeinen erst dann in Frage, wenn dieses abwechselnde Schielen (Alternieren) erreicht ist.
    Falls der Schielwinkel sehr groß ist, kann man möglicherweise nicht alleine mit einer Operation das gesteckte Ziel erreichen, sondern benötigt einen zweiten zusätzlichen Eingriff! Grundsätzlich kann eine Operation die Schwachsichtigkeit des schielenden Auges nicht beseitigen, sondern dient lediglich der Geradestellung des Auges. Diese Information kann natürlich nicht alle Möglichkeiten des Schielens und die sich daraus ergebenen Konsequenzen berücksichtigen. Es soll nur einen besonders häufigen Behandlungsgang beim Schielen in den Grundzügen verdeutlichen. Nur durch eine verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Augenarzt, Orthoptistin und Eltern, deren zuverlässiges Mitwirken bei den Therapiemaßnahmen nötig ist, kann ein Erfolg gewährleistet werden. Die Amblyopiebehandlung muss meist über Jahre, manchmal über das 12. Lebensjahr hinaus, zusätzlich zur Brille und auch nach erfolgreicher Operation fortgesetzt werden. Ein lange bestehendes Schielen beim Erwachsenen kann aus kosmetischen Gründen operiert werden. Da Doppelbilder entstehen können, muss die Möglichkeit zur Operation allerdings vorher gründlich abgeklärt werden. Selbstverständlich stehen unsere qualifizierten Fachärzte und Orthoptistinnen Ihnen jederzeit für weitere Fragen zu Verfügung und auch, um ggf. mögliche Augenbewegungsstörungen bei Ihnen oder Ihrem Kind abzuklären.